Von Eee PCs, Easy Peasy Linux und ACPI Funktionen
Nachdem Asus mit der "Eee PC" Netbook Serie einen recht erfolgreichen Start hingelegt hatte, kamen seitens der Endverbraucher bald Aufschreie, warum die Geräte nicht mit Windows erhältlich seien.Nun, es spricht nicht dagegen einen Eee PC mit Windows zu betreiben. Leider hat Asus im Zuge der Entwicklung aber entschieden, viele Eee PCs nun nur noch mit Windows auszuliefern. Dies ist ärgerlich für Verbraucher, die gern Linux nutzen möchten. Diese zahlen nun für eine Windows- Lizenz, die sie nicht benutzen und jene, die sich nicht zur Gruppe der "Linux Gurus" zählen haben vielleicht so ihre Probleme das installierte Windows durch ein, für das Netbook passendes Linux zu ersetzen.
Auf Grund der permanenten Probleme und RMA Fälle meines Amilo Xa 3530 Notebooks und zur Erhöhung der eigenen Mobilität, habe ich mir einen Eee PC 1000HE angeeignet.
Im folgenden will ich kurz aufzeigen, wie man das Windows platt macht (oder als zweites Betriebssystem auf dem Netbook verbleiben lässt) und Linux installiert.
Bevor es aber so richtig losgehen kann, stehen zwei Fragen im Raum:
1: Ist der Eee PC auf dem aktuellen Stand?
2: Welches Linux ist für das Gerät geeignet?
Eee PC BIOS Update - so geht's
Um das BIOS des Eee PCs auf den aktuellen Stand zu bringen, läd man sich auf der Asus Support Website das aktuelle BIOS zu seinem Eee PC herunter. Zum Einspielen des BIOS benötigt man eine SD- Speicherkarte oder einen USB- Stick. Dieser muss FAT- formatiert werden (NICHT FAT32), was nur mit Partitionen möglich ist, welche eine Größe von zwei Gigabyte oder weniger aufweisen.Hat man das betreffende BIOS Image heruntergeladen und ein Speichermedium vorbereitet, muss man das Image (mit der Dateiendung .ROM) auf den Stick oder die SD- Karte entpacken und nachfolgend umbenennen. Die Namensgebung hängt davon ab, welchen Eee PC man hat. Ich habe einen Eee PC 1000HE, somit muss die Datei 1000HE.ROM heißen.
Wenn alles vorbereitet ist, kann man mit dem Flashen beginnen. Hierzu schaltet man den Eee PC aus, steckt das FAT- formatierte Speichermedium in den entsprechenden Slot, schaltet den Eee PC an und drückt sofort nach dem Anschalten die Tastenkombination Alt + F2.
Alles weitere sollte von allein passieren (bei manchen Geräten muss man das Flashen durch Drücken einer bestimmten Taste bestätigen - einfach den Instruktionen auf dem Bildschirm folgen...). Nach einige Minuten (vielleicht auch innerhalb einiger Sekunden) wird der Eee PC darauf hinweisen, dass er fertig ist (meist blinkt dann die Power- LED). Dann kann man den Eee PC abschalten, das Speichermedium entnehmen und ihn wieder anschalten.
Nach dem Anschalten stimmt die alte Checksumme des BIOS nicht mehr (dies ist kein Fehler sondern vollkommen normal!). Der Eee PC fordert einen dazu auf F1 zu druücken, um die Standardeinstellungen des BIOS zu aktivieren oder mit F2 das BIOS Setup zu betreten um die gewünschten Einstellungen vorzunehmen. Nach Drücken der F1- Taste sind wir also fertig mit Flashen.
wichtiger Hinweis: Das ganze Prozedere funktioniert nur, wenn "Quick Boot" im BIOS deaktiviert ist (dies erkennt man daran, dass man nach jedem Anschalten das Asus Eee PC Logo sieht).
Noch wichtigerer Hinweis: Während des Flashens darf der Eee PC keinesfalls ausgeschalten werden. Ebenso wichtig ist, dass die Stromversorgung gewährleistet ist - also nur Flashen, wenn der Akku voll geladen und das Stromkabel angeschlossen ist. Wird der Flashvorgang unterbrochen, kann es sein, dass der Eee PC ein Fall für die Mülltonne oder den Asus Support ist.
Easy Peasy Linux für Eee PCs
Es gibt zahlreiche Linux Distributionen und vermutlich kriegt man mindestens die Hälfte davon sauber auf dem Eee PC zum Laufen. Ich habe mich für eine Distribution entschieden, welche laut Entwicklerinformationen eigens für Eee PCs und ähnliche Netbooks entwickelt wurde (bzw. wird): "Easy Peasy".Easy Peasy ist ein etwas abgewandeltes Ubuntu, welches dem Ubuntu Netbook Remix sehr ähnlich ist. Die Eignung für Netbooks begründet sich vor Allem in der manipulierten Gnome- Oberfläche, welche keinen klassischen Desktop mehr enthält, sondern ein Navigationsinterface, welches den Zugriff auf Anwendungen und Einstellungen erleichtern soll (ein klassischer Desktop ist auf Grund der geringen Displaygröße eher schwer zu handhaben...).
Im Wiki der Distribution steht, neben zahlreichen anderen (mehr oder weniger sinnvollen) Tipps, eine Installationsanleitung bereit.
Linux auf dem Eee PC (1000HE) installieren
Die folgenden Informationen beziehen sich auf Easy Peasy 1.5 - sollte dieses Howto irgendwann in die Jahre gekommen sein und ein Update benötigen, informiert mich bitte! ;)
Hier geht's zur Easy Peasy Installationsanleitung.Erste Schritte nach der Installation, einige Hinweise
Nach der Installation empfiehlt es sich einige Dinge anzupassen und kleinere Fehler zu beseitigen.Root- Zugriff mittels "su"- Befehl ermöglichen: Um in der Linuxkonsole nicht jeden Rootbefehl mit sudo einleiten zu müssen, empfiehlt es sich ein Rootpasswort zu setzen, sodass man sich Hilfe des su- Befehls als Root einloggen kann. Um dies zu ermöglichen startet man einfach ein Terminal seiner Wahl (Alt + F2 drücken und z.B. "gnome-terminal" eingeben).
Nun gibt man den Befehl sudo passwd ein und drückt Enter. Linux bittet nun um zweimalige Eingabe des neuen Rootpasswortes. In Zukunft braucht man dann nur noch su eingeben, dass Passwort einmal eingeben und kann sich sudo sparen.
Hinweis: Wenn man mal eine grafische Anwendung als Root starten will und nicht erst die Konsole öffnen will, kann man das Programm gksudo benutzen, welches ein GUI für den sudo- Befehl darstellt (Bsp.: Alt + F2 drücken, "gksudo gedit" eingeben)
Will man mittels "apt-get install" oder dem Installationsmanager "synaptic" Pakete installieren, tritt zu Anfang ein Fehler auf.Diesen Fehler im Packagetree sollte man sofort nach der Installation terminieren. Dies schafft man indem man folgende Befehle im Terminal (z.B. gnome-terminal) ausführt:
1: su (dann Rootpasswort eingeben)
2: apt-get clean
3: cd /var/lib/apt
4: mv lists lists.old
5: mkdir -p lists/partial
6: apt-get clean
7: apt-get update
Elmuratos ACPI Scripts installieren
Murat (Nickname "Elmurato"), meines Wissens Student an der Universität Bremen, hat einige sehr nützliche ACPI- Scripts geschrieben, welche den Umgang mit dem Eee- PC deutlich erleichtern (Funktionstasten, CPU- Takt einstellen, etc.).Um diese zu installieren, hält man sich am vorwiegend an Elmuratos Anleitung.. Ich möchte an dieser nur den Schritt "2.) Install the asus_eee module (DKMS package included)" in Frage stellen und korrigieren:
Zu erst einmal sei gesagt, probiert keines Falls das "asus-eee-dkms_3.0_all.deb"- Paket zu installieren, dass auf Elmuratos Website zu finden ist. Dies führt zu einem irreparablen Fehler im Paketmanger (dann kann man gar nichts mehr installieren!). Das "asus_eee"- Modul wird aber dennoch benötigt, damit alle ACPI- Tools funktionieren. Da das besagte Paket eher mit Vorsicht zu genießen ist, gibt es jetzt zwei Möglichkeiten, an das besagte Modul zu kommen: den gepatchten Kernel installieren oder das Modul für den aktuell installierten Kernel selbst kompilieren. Ich habe beides getestet und musste feststellen, dass nur die letztere Variante wirklich von Erfolg gekrönt ist, da vom gepatchten Kernel nur eine etwas veraltete 2.6.28er Version vorhanden ist, welche zu extremem Ruckeln und Grafiklaggs zu f¨hrt (zumindest an meinem Eee PC...). Daher möchte ich hier nun kurz aufzeigen, wie man das Modul selbst kompiliert.
Es sei noch mal draufhin hingewiesen, dass das folgende Vorgehen nur den 2. Schritt von Elmuratos Anleitung ersetzt, alle anderen sind wie beschrieben durchzuführen!
1: wget http://www.informatik.uni-bremen.de/~elmurato/EeePC/asus_eee-0.3.1.tar.gz
2: tar xfvz asus_eee-0.3.1.tar.gz
3: cd asus_eee/
4: sudo ln -s /usr/src/linux-headers-2.6.30.5-ep0/ /lib/modules/2.6.30.5-ep0/build/
(Bei diesem Befehl die Versionsnummern so anpassen, dass sie zum jeweiligen System passen. 2.6.30.5-ep0 sollte aber die sein, die mit Easy Peasy 1.5 ausgeliefert wird!)
5: make
6: sudo make install